38. Strassenlauf / Wasserschlacht von Merenberg (23.09.2018), 5K

Der Wetterbericht verhieß schon zwei Tage zuvor nichts Gutes. Starker Wind, mäßige Temperaturen und viel Regen waren angedroht. Tatsächlich zeigte Petrus den Läufern den nackten Allerwertesten und es gab während der ganzen Veranstaltung nur eine Regenpause von vielleicht 20 Minuten vor dem 5K-Rennen und während der ersten Runde. Ansonsten war es einfach nur Schietwetter der übelsten Sorte. Bei insgesamt nur 50 Teilnehmern (5K, 10K, Bambinis, Kinder) konnte man mit dem ausrichtenden Verein, dem SC Oberlahn, schon Mitleid haben. Vor allem wenn man bedenkt, daß es sowohl am Samstag als auch am Montag trocken mit fast perfekten Laufbedingungen war. Abgesehen von den Feuerwehrleuten, die für die Streckensicherung sorgten, und den Läufern war daher auch kaum jemand freiwillig außerhalb der Halle unterwegs.

Gelaufen wurde auf einer 2,5K-Runde mit zwei Anstiegen und ein paar 90-Grad-Kurven. Also nichts für Bestzeiten, auch wenn die Strecke - bis auf einen kurzen Kiesweg - fast vollständig asphaltiert ist. An der Organisation gab es absolut nichts auszusetzen. Pünktlicher Start aller Rennen, saubere Duschen, genügend Parkplätze direkt an der Halle, ordentliche Streckensicherung, ein gut sortiertes Kuchenbuffet und für meinen 3.Platz über 5K (die 10K wollte ich eine Woche nach dem Ultra in Winterborn nicht riskieren) gab es sogar einen knuffeligen kleinen Pokal für das Trophäenregal und eine Medaille. Das war allerdings weniger mein Verdienst (20:33 sind unter den Bedingungen OK, aber normalerweise keine Zeit fürs Treppchen) sondern wirklich nur der geringen Starterzahl zu verdanken. 

Fazit: Normalerweise wäre das unter Garantie eine richtig tolle Sache geworden. Ein richtig schöner Dorflauf mit vielen bekannten Gesichtern aus der Gegend halt. Wollen wir hoffen, daß sich die Aktiven des SC Oberlahn nicht entmutigen lassen sondern den Lauf auch im kommenden Jahr wieder anbieten.

Weitere Infos findet man hier: http://www.spiridon-club-oberlahn.de/


12. Stadtlauf in Bad Ems (12.05.2018), 10K

Eigentlich war Bad Ems in meiner Planung für diesen Monat nicht einmal Plan B, aber da der Vatertag weitgehend ins Wasser gefallen war und keine Veranstaltung mit längeren Distanzen in vernünftiger Entfernung zu finden war, ging es am frühen Nachmittag ganz spontan ins schöne Lahntal.

Bad Ems ist mit seinen aktuell rund 9.400 Einwohnern schon seit Kaiserzeiten als beschaulicher Kurort bekannt. Die Promenade an der Lahn, der Kurpark und die Innenstadt laden zum Bummeln ein, die Langstreckenläufer kommen in beide Richtungen auf dem Lahntalwanderweg oder – wer es knackiger mag – auf der Vier-Türme-Tour und am Malberg auf ihre Kosten. An Sehenswürdigkeiten gibt es unter anderem den Quellenturm, die russische Kirche und die Spielbank zu sehen. Nur mit der Parkerei ist es etwas schwierig. Am besten folgt man auf der rechten Lahnseite der Beschilderung „Parken Stadtlauf“ und stellt sich direkt hinter den Bahnhof. Von dort sind es nur 500 Meter zum Start und zur Anmeldung.

 

 

 

Die Strecke führt auf 1,7 Kilometern - also 6 Runden für den Hauptlauf - einmal rund um den Kurpark und die Spielbank, hat nur zwei Kurven, die man aber ohne größeren Zeitverlust laufen kann und ist durchgehend asphaltiert. Flacher ist höchstens eine Tartanbahn. Kein Wunder, daß von Koblenz bis Wallmerod so ziemlich jeder Leichtathletikverein vertreten zu sein scheint. Hier kann man vor den Sommerferien noch einmal einen raushauen. Hinzu kommt der angenehm breite Startkorridor. 10 Läufer nebeneinander sind kein Problem. Da kann man auch über einen hinlänglich bekannten älteren Herrn hinweg sehen, der sich bei fast allen Veranstaltungen demonstrativ in die erste oder zweite Startreihe stellt, obwohl er inzwischen wissen müßte, daß er spätestens nach 500 Metern von den meisten Läufern überholt worden ist. Ich begnüge mich mit Reihe drei und liege mit meiner Planung ziemlich gut. Das große Zick-Zack-Laufen erspare ich mir und überholt werde ich heute auch nur selten. Paßt also. Überholen und Überrunden stellt in Bad Ems aber generell kein Problem dar. Auch die Gegengerade an der Lahn ist überall breit genug.

Gleich beim Warmlaufen treffe ich Dominik, Gerald und Uwe. Da weiß ich schon mal, an wem ich mich während des Rennens orientieren kann. Da meine Konzentration zuletzt mehr den längeren Strecken und Trails galt, habe ich die Strassenspezialisten doch eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Da gibt es genug Gesprächsstoff auch später beim Warten auf die Siegerehrung. Der Start erfolgt absolut pünktlich. Auch hier ein ganz großes Lob für das Orgateam vom "Running Team Bad Ems". Die Streckensicherung funktioniert ebenfalls super. Nur einmal ertönt der Ruf "Vorsicht Läufer" und eine Dame mit Kleinkind an der Hand merkt gerade noch rechtzeitig, daß Läufer durchaus schneller als erwartet unterwegs sein können. Die Stimmung ist auch nicht schlecht, 80er-Jahre Hardrock bei jedem Durchlauf an Start und Ziel, viel Applaus unterwegs an den Eiscafes und die Kurgäste nehmen das Rennen eher als willkommene Abwechslung denn als Störung.

Mein erster Kilometer ist wie üblich der schnellste und diesmal leider auch der einzige unter 4:00. Ab Kilometer 3 spüre ich die Auswirkungen des Vulkanmarathons vor 10 Tagen in den Beinen. Das es heute mit der 40:00 nichts wird, war mir schon vor dem Start klar, aber unter 41:00 wäre schon schön gewesen. Leider wird auch der letzte Kilometer "nur" eine 4:01 und am Ende bleibt die Uhr bei 41:04 stehen. Zufrieden bin ich trotzdem. Platz 18 unter 115 Finishern, Platz 3 in der Altersklasse. Wenn ich mir dann noch anschaue, wie selten ich in diesem Jahr Tempo oder Intervalle gelaufen bin ist das absolut OK.

Und sonst? Die Ergebnislisten standen recht schnell zur Verfügung, bei der Siegerehrung gibt es Sachpreise und die obligatorische Urkunde für die ersten drei jeder Altersklasse, das Kuchenbuffet ist gut bestückt, die Preise absolut fair und der Kaffee nach dem Rennen schmeckt auch. Alles in allem eine wirklich gelungene Veranstaltung. In Bad Ems war ich bestimmt noch nicht zum letzten Mal dabei.

Nähere Infos gibt es hier: http://www.rt-bad-ems.de/

 


7. Westerwaldsteiglauf am Wiesensee – Matsch, Schlamm und wieder Matsch (03.10.2017)

Mein dritter Start beim Westerwaldsteiglauf und zum dritten Mal Regenwetter. Während sich der Niederschlag während des Rennens diesmal auf zwei ganz kurze Schauer beschränkte, hatte es in der Nacht zuvor kräftigen Dauerregen gegeben. Sämtliche Passagen, die nicht befestigt oder asphaltiert waren, hatten sich in aufgeweichte Matschpisten verwandelt. Vor dem Start wurde von Seiten des Veranstaltern noch einmal eindringlich auf die schwierigen Bedingungen hingewiesen, aber am Ende kamen zum Glück alle Teilnehmer heil ins Ziel – auch wenn manche so aussahen, als hätten sie einen Ringkampf mit einem schlecht gelaunten Wildschwein hinter sich. Selbst meine Trailschuhe kamen bergab mehr als einmal an ihre Grenzen. An Laufen im normalen Renntempo war phasenweise nicht mehr zu denken (vor allem nicht in der Holzbachschlucht und in den Trailpassagen oberhalb von Westerburg) und kurz vor dem Endurance Trail wollte ich auch nicht das Risiko eines Sturzes eingehen. Da sich das relativ kleine Teilnehmerfeld von 45 Leutchen beim Halbmarathon (im Vorjahr waren es 65)  schnell und weit auseinander gezogen hatte, war die Zeit dann irgendwann auch egal (sogar vor zwei Jahren war ich mit einer gerade so überstandenen Erkältung und nach einer Woche Laufpause noch schneller gewesen). Lieber sicher ankommen, als sich vielleicht das Knie verdrehen. Spaß gemacht hat die Schlammschlacht trotzdem.

Die Veranstaltung findet übrigens jedes Jahr am 03.10. statt. Das Startgeld für den Halbmarathon beträgt 10,- € (ohne Zuschlag bei Nachmeldung). Bei Rückgabe der Startnummer gibt es ein beliebiges Stück Kuchen vom Buffet (sehr reichhaltig und lecker). Getränke und Bananen gibt es unterwegs alle 5 Kilometer (Wasser, Apfelschorle) sowie im Ziel. Geparkt wird kostenlos direkt am Wiesensee (Winnener Ufer). Die Urkunde kann man sich direkt nach dem Rennen ausdrucken lassen. Als Goodie gab es diesmal außerdem einen großen Kühlschrankmagneten mit dem Datum der Veranstaltung und dem Logo des Westerwaldsteiges. Zur Streckenbeschaffenheit siehe oben. Das Ganze hat nebenbei auch noch über 400 HM. Angeboten wird auch noch ein 10K-Rennen, aber die Strecke kenne ich leider nicht.

 


38. LCM Stundenlauf in Mengerskirchen (21.09.2017)

Für einen überzeugten Landschaftsläufer und Trailrunner ist es ja eigentlich undenkbar, eine Stunde lang auf einer Tartanbahn im Kreis zu laufen, aber da ich sowieso noch nie in einem Leichtathletikstadion gelaufen bin (außer gelegentlich beim Zieleinlauf eines Marathons), dachte ich mir, daß man das einfach mal ausprobieren sollte. Bisher kannte ich so etwas in der Art ja nur von Ultraveranstaltungen, aber da war die Runde jeweils zwei Kilometer lang auf gemischtem Untergrund.

Das ist sie also. Meine erste Tartanbahn.

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Für alle, die dieses eher selten gelaufene Format nicht kennen – hier eine kurze Einführung. Im Prinzip ist es ganz simpel. Beim Startschuß rennt man los und hat danach eine Stunde Zeit, Strecke zu machen. Für jeweils zwei Läufer ist ein Rundenzähler zuständig, der zur Sicherheit auch die Rundenzeiten notiert. Nach genau einer Stunde gibt es ein Signal und alle bleiben stehen. Danach wird noch schnell geschaut, wie weit man in der letzten Runde gekommen ist – die sogenannte Restmetervermessung – und das war es dann auch schon. Wer die größte Strecke geschafft hat ist Sieger. Der Streckenrekord hier in Mengerskirchen steht übrigens irgendwo bei 18 Kilometern.

Im Gegensatz zu den meisten Volksläufen geht es bei der Anmeldung am Vereinsheim des LCM eher beschaulich zu. Die Leichtathletikvereine Mengerskirchen, Dornburg und SC Oberlahn beherrschen das 26 Teilnehmer starke Feld. Lauftreffs scheinen nicht vertreten zu sein.

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Pünktlich um 18:15 fällt bei fast perfekten Bedingungen (15 Grad, Sonne, fast Windstille) der Startschuß. Gleich zu Beginn laufen zwei Teilnehmer vorneweg und vergrößern gleichmäßig ihren Vorsprung auf den Rest des Feldes. Die beiden knacken am Ende locker die 15-Kilometer-Marke. Ich halte mich an eine kleine Gruppe, die in etwa das Tempo läuft, daß ich bei einem 10K-Rennen laufen würde, also eine Pace von 4:00. Nach zwei Runden entschließe ich mich, nach vorne zu gehen und meinen eigenen Rhythmus zu laufen, anstatt mich zu sehr an die anderen Läufer anzupassen, zumal schon bald die ersten Überrundungen anstehen, weil sich das Feld ziemlich schnell über die ganze Bahn verstreut hat. Von der U13 bis zum M70 ist alles vertreten. Mein Rundenzähler macht übrigens einen super Job und ruft mir bei jedem Durchgang die gelaufene Strecke zu und hat immer wieder ein aufmunterndes Wort für mich übrig. Bis zur Halbzeit schleift sich jetzt Routine ein. Überrundungen, kurzer Blickkontakt zum Rundenzähler, Zuruf der Distanz, bestätigendes Kopfnicken nach dem Blick aufs GPS und die nächste Runde. Die 5K-Marke erreiche ich bei 20:30. Sieht doch ganz gut aus. Zur Halbzeit hängt plötzlich ein Läufer aus der U18 in meinem Windschatten und geht auf der nächsten Geraden vorbei. Ein Blick auf die nächste Kilometerzeit bestätigt meine Befürchtung. Mit 4:16 war der 7. Kilometer der bisher langsamste. Ich hänge mich für zwei Runden an den jungen Padawan dran und gehe schließlich wieder vorbei. Bei einem Marathon würden wir jetzt vielleicht ein paar Worte wechseln und gemeinsam weiter laufen, aber hier ist jetzt Rennmodus angesagt und so ein Lauf macht eigentlich nur dann Spaß, wenn man "mit dem Messer zwischen den Zähnen" läuft. Bis zur 10K-Marke nach 42 Minuten habe ich ihn im Nacken, während sein Trainer ihn Runde für Runde anfeuert. Ich höre irgendwann "bleib an ihm dran, am Ende packst du ihn" und muß unwillkürlich grinsen. Natürlich könnte es mir egal sein, wer von uns beiden am Ende gewinnt (Hallo? Ich bin 30 Jahre älter), aber von irgendwo muß die Motivation ja kommen. Die angepeilten 14 Kilometer sollten kein Problem werden, also setze ich mir das Ziel, vor der jüngeren Konkurrenz zu bleiben und gebe noch einmal Gas. Der nächste Kilometer ist mit 3:55 der bisher schnellste. Gleichzeitig wird auch an der Spitze noch einmal der Hammer heraus geholt. Der führende Läufer kachelt mit einem starken Zwischensprint an mir vorbei und macht alles klar, während ich die Minuten herunter zähle, die noch zu laufen sind. Wenn die letzte Minute fällig ist, muß ich genügend Vorsprung haben, weil meine Konkurrenz garantiert noch einen starken Endspurt in Reserve hat. Über Lautsprecher kommt noch eine kurze Erklärung für das Finale. Die letzte Minute wird mit einem Schuß angezeigt, beim zweite Schuß haben alle stehen zu bleiben. Langsam wird es Zeit, ich bin am Limit. Am Ende reicht es tatsächlich knapp. Ich habe vielleicht 50 Meter Vorsprung. Die meisten Teilnehmer scheinen ebenfalls froh zu sein, daß es geschafft ist. Mein junger Verfolger reicht mir später grinsend die Flosse. Tolles Rennen. Ob ich ihn auch im nächsten Jahr noch hinter mir lassen kann bezweifle ich. Der Junge hat Potential. Auch die Leistungen der anderen Jugendlichen, die bei der Siegerehrung im Vereinsheim verlesen und mit Urkunden belohnt werden, sind beeindruckend. Ich bin mit meinen 14.465 Metern und einem 2. Platz in der Altersklasse zufrieden.

Fazit: wirklich eine runde Veranstaltung. Schade, daß ich bisher nicht früher darauf gestoßen bin. Die Organisation ist absolut perfekt, gute Stimmung, nette Leute, ausreichend Parkplätze direkt hinter dem Stadion und 4,- € Startgeld sind ja nun wirklich nicht zu viel. Wer die 10K im Griff hat sollte das ruhig mal ausprobieren. Spezielle Schuhe (z.B. Spikes) braucht man nicht unbedingt. Ich habe auch bewußt keine gesehen und bin mit meinen leichten Rennschlappen gelaufen, die ich normalerweise für die kurzen Asphaltrennen nehme.

Die 39. Auflage soll am 3. Donnerstag im September 2018 stattfinden. Wenn ich nicht gerade im Urlaub bin, ist das mal vorgemerkt.

 


47. Volkslauf „Rund um die Sporkenburg“ (24.06.17)

Was tut man an einem Samstagnachmittag, wenn das Wetter perfekt und das Fernsehprogramm so grottenschlecht wie immer ist? Logisch. Irgendwo ganz spontan ein 10K-Rennen laufen. Neuhäusel (Austragungsort) und Eitelborn (ausrichtender Verein) kannte ich ja schon von früheren Gelegenheiten. Die beiden benachbarten Orte zwischen Montabaur und Bad Ems sind zusammen nicht viel größer als der Wiener Zentralfriedhof, aber was die Leichtathletik angeht erheblich lebhafter. Hier gibt es jedes Jahr nicht nur den Wintercross sondern auch noch den Lauf ums Nonnenheck und ein Mountainbikerennen. Außerdem führt in Sichtweite der Limespfad entlang, den ich schon mal mit Jörg gelaufen bin.

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Der Lauf um die Sporkenburg war mir bisher irgendwie entgangen. Leider. Die Strecke ist für ein 10K-Rennen genau nach meinem Geschmack. Kein Flachkurs auf Asphalt sondern eine wilde Mischung aus unbefestigten Wegen, Wiese, Schotter und natürlich auch ein wenig Asphalt. Hinzu kommen noch rund 130 Höhenmeter, von denen man die ersten 40 gleich auf dem ersten Kilometer abhaken darf – natürlich bergauf. Bei einem überschaubaren Starterfeld von 54 Leuten hatte ich mir vorgenommen vorne mitzulaufen und in der Altersklasse ein Wörtchen mitzureden. Der Start auf der Tartanbahn im Stadion von Neuhäusel sorgt nicht nur für extra Stimmung sondern hat auch noch den großen Vorteil, daß das Feld genug Platz hat um sich zu sortieren und man erst einmal schauen kann, wer da so alles vor einem her rennt. Ich gehe als vierter in die erste Crosspassage und bin sicher, daß ich nur jüngere Läufer vor mir habe. Hinter mir formiert sich nach und nach eine Gruppe aus vier Läufern, die schon eher meine Altersklasse sein dürften. Da meine GPS-Uhr zu Hause in der Schublade liegt, muß ich nach Gefühl laufen. Immer schön am Limit, bergab rollen lassen und am Drittplazierten orientieren. Bis zum Ende der ersten Runde (ein Teil der Strecke muß doppelt absolviert werden) funktioniert das ganz gut, aber im nächsten Anstieg muß ich den jungen Padawan endgültig ziehen lassen. Dafür hängt mir ein Läufer aus der inzwischen zerbröselten Vierergruppe im Nacken. Da mir die Puste fehlt um ihn nach seiner Altersklasse zu fragen gehe ich davon aus, daß wir direkte Konkurrenten sind. Mal geht er vorbei, bergab überhole ich wieder, er kommt wieder ran und erst kurz vor dem Stadion habe ich wieder einen sicheren Vorsprung von 30-40 Metern. Paßt. Vierter Platz gesamt und erster Platz in der AK. Mein Verfolger gewinnt die M50. Wir hätten uns also beide nicht so abhetzen müssen, hat aber trotzdem Spaß gemacht. Für den AK-Sieg gibt es einen Regenschirm, die Zweiten und Dritten bekommen ein Handtuch. Bei gerade einmal 6,- € Startgeld kann man da nicht meckern.

Und sonst?

Super Organisation, ausreichend Parkplätze direkt am Sportplatz, pünktlicher Start, Siegerehrung kurz nach dem Finish des letzten Läufers - mehr kann man nicht verlangen. Außer den 10K gab es auch noch die obligatorischen 5K und gewalkt werden durfte auch.

Weitere Infos gibt es hier: https://www.tveitelborn.de/


Sightseeing mit 4:25er pace - Der 6. Sommernachtslauf in Limburg/Lahn (17.06.2017)

Halbmarathon, 6 identische Runden zu je 3,5 Kilometern, nichts als Asphalt und historisches Kopfsteinpflaster – normalerweise genug Gründe für mich um definitiv nicht an den Start zu gehen, aber der Sommernachtslauf in Limburg gleicht das mit viel Atmosphäre und einer fast schon abenteuerlichen Streckenführung aus.

Fangen wir also mit der Strecke an. Wer Limburg kennt, kann sich vielleicht vorstellen wie es ist, im vollen Renntempo durch die engen Gassen zu brettern. Auf der Karte sieht die Strecke daher so aus, als hätte man eine Ameise auf Speed über das Blatt rennen lassen.

http://www.sommernachtslauf-limburg.de/teilnehmer-informationen/streckenfuehrung/

Man läuft nacheinander über alle historischen Marktplätze, hinunter zur Lahn, Wendepunkt an der Anlegestelle der „Wappen von Limburg“, hinauf zum Domberg (am Ende der dritten Runde sind hier schon die ersten Überrundungen fällig), Wendepunkt direkt am Dom, durch enge Kurven wieder hinunter zur Lahn, über die alte Lahnbrücke mit dem zweiten Wendepunkt und wieder in die Altstadt um noch ein paar Höhenmeter extra einzusammeln u.s.w. (laut Gps kommt man auf 130 Höhenmeter hoch und wieder runter). Eigentlich sieht man auf so einer Runde so ziemlich alles, was man normalerweise den Touristen vorführt. Fehlt nur noch der kleine Abstecher in den Dom. Außer am Lahnufer sind eigentlich überall haufenweise Leute unterwegs, die die Läufer anfeuern, bei schönem Wetter sind die Eiscafes voll besetzt und regelmäßig hört man den Warnruf „Vorsicht, Läufer“, wenn ein unvorsichtiger Fußgänger die Strecke überquert. Bei Start und Ziel wird so ziemlich jeder Läufer persönlich aufgerufen und noch einmal angefeuert bevor es auf die nächste Runde geht. Ich bin zwar eher der Geländeläufer und ein Freund einsamer Wanderwege und Trails aber hier kann ich verstehen, warum manche so begeistert von den großen Citymarathons schwärmen. Schade daß die Sambaband, die vor vier Jahren kräftig für Stimmung gesorgt hat diesmal nicht dabei war. Die Läufermesse mit Rahmenprogramm fiel diesmal leider einer verspätet fertig gestellten Baustelle zum Opfer.

Neben dem Halbmarathon gibt es auch noch 5K und 10K auf kürzeren Runden zu je 2,5 Kilometern und ein 5K-Firmenlauf für Viererteams. Es gibt ein Funktionsshirt für jeden Starter, zwei Verpflegungstellen pro Runde und die Organisation ist absolut vorbildlich. Insgesamt waren diesmal bei schönstem Laufwetter über 500 Leute am Start und trotzdem konnten alle Läufe auf die Minute pünktlich gestartet werden.

Parken sollte man ein paar Gehminuten außerhalb. Ich empfehle den großen Parkplatz an der Markthalle gegenüber der Feuerwehr.

Fotos habe ich leider keine gemacht, gibt es aber haufenweise hier:

http://www.sommernachtslauf-limburg.de/bildergalerie/veranstaltungsbilder-2017/

 


Trailfun für jederman - der 3. Taunustrailrun in Selters-Eisenbach (10.06.2917)

Trailrunning boomt ja schon seit Jahren, aber meistens denkt man bei "Trail" entweder an einen einsamen Lauf im Gelände abseits der üblichen Wege oder die großen spektakulären Ultras in den Alpen. In Eisenbach hat man die Lücke zwischen Trailrunning und den Volksläufen perfekt geschlossen. Für läppische 8,- € kann man sich hier auf einer herrlichen 11K-Strecke mit 260 HM austoben. Ein kurzer Blick aufs Streckenprofil gibt die Taktik vor. Bis Kilometer 7 geht es fast nur bergauf (auch wenn es zwischendurch auch mal mit gefühlten 15% kurz und knackig bergab geht). Also langsam anfangen, nicht überziehen, konzentriert laufen und am Ende noch mal den Hammer rausholen. Da es am Tag zuvor noch kräftig geregnet hatte, war die Strecke in einigen Abschnitten so richtig schön matschig. Geländegängige Schuhe waren die bessere Wahl. Ein Teilnehmer konnte das bestätigen. Er sah im Ziel eher nach "Strongman" aus und hatte wohl ein Schlammloch in der tiefsten Gangart genommen. Ich konnte mir den Luxus erlauben, die schwierigen Passagen zwischen Kilometer 5 und 7 elegant und risikoarm zu umlaufen. Nach vorne ging schon lange nichts mehr und bei einem kurzen Blick nach hinten war auch niemand mehr zu sehen. Sogar den Bach konnte ich in aller Ruhe mit trockenen Schuhen überqueren.  

Für Trail-Einsteiger gibt es übrigens auch eine weitaus leichtere 5K-Runde. Ein Bekannter von mir fand sie sogar etwas zu leicht, kann ich aber nicht beurteilen. Außerdem gibt es noch für beide Distanzen eine Mannschaftwertung für Teams, die mindestens 3 Leute (egal ob Männlein oder Weiblein) an den Start bringen.

Im Ziel gab es nicht nur das inzwischen übliche alkoholfreie Finisherbier sondern auch noch eine Dose hausmacher Mettwurst. Nettes Mitbringsel für die Frau Gattin nach der erfolgreichen Jagd. Es lebe der Neandertaler in uns.

Und sonst? Super Organisation, genug Startplätze direkt bei Start und Ziel, Urkunden gibt es direkt nach der Siegerehrung frisch aus dem Drucker. Auf jeden Fall ein Vormerker fürs nächste Mal.

https://www.vlg-eisenbach.de/taunus-trail-run/taunus-trail-run.html

 

---- Bild aus Sicherheitsgründen (DSGVO) entfernt ---

 


Heute ist ein Rennen ?? - Der 3. Ahmadiyya Charity Walk in Limburg (07.05.2017)

Ich wollte dieses Jahr unbedingt wieder den Ahmadiyya Charity Walk in Limburg mitlaufen, hatte aber noch keinen Termin gesehen und war auch in den letzten Tagen nicht in der Stadt unterwegs sodaß mir die Plakate entgangen waren – und natürlich auch die Ankündigung in der Presse. Facebook boykottiere ich ja bekannlich. Dass das Rennen heute ist erfuhr ich also durch Zufall 45 Minuten vor dem Start bei einem kurzen Check meiner favorisierten Homepages. Ganz toll. Außerdem war das eine Stunde nach einem 10K-Trainingslauf mit meinem Neffen und einen Tag nach einem 17K-Trainingslauf mit ein paar kaum erwähnenswerten Höhenmetern. Sinnvolle Vorbereitung wird sowieso völlig überschätzt. Spart man sich halt das Warmlaufen. Stattdessen mache ich erst einmal dem Flash Konkurrenz, hechte in meine Laufklamotten, rufe Sonja noch zu daß ich zum Mittagessen nicht zu Hause bin und kachele nach Limburg. 20 Minuten vor dem Start lege ich nach ein paar Shakehands mit alten Bekannten aus den letzten beiden Jahren das Startgeld auf die Theke.

Ach ja. Der Ahmadiyya Charity Walk. Ein Spendenlauf der muslimischen reformierten Gemeinde über 5K, der jedes Jahr in verschiedenen Städten in ganz Deutschland stattfindet. Eher ein Freundschaftslauf als ein Rennen, da sich die Teilnehmer, die nicht zur Gemeinde gehören bisher bei jeder Veranstaltung an einer Hand zählen ließen. Heute genügen zwei Finger. Ich bin so ziemlich der einzige erfahrene und aktive Langstreckenläufer am Start. Ob hier die Angst vor dem Islam eine Rolle spielt weiß ich nicht, aber die Leute hier legen keine Bomben, hacken keine Köpfe ab und machen auch sonst einen sehr lockeren Eindruck. Ich habe mich bisher bei jeder Veranstaltung gut mit ihnen unterhalten und werde hier auch in Zukunft mit gutem Gewissen an den Start gehen. Bei Extremisten wäre der Bürgermeister wohl auch kaum Schirmherr der Veranstaltung. Am Ende der Veranstaltung werden 2.100,- € für wohltätige Zwecke zusammen gekommen sein, nämlich für die Tafel, das Nothilfekommittee Limburg und eine integrative Schule. Wäre trotzdem nett, wenn der Lauf nächstes Jahr etwas mehr Zuspruch finden würde – auch wenn ich ihn dann halt nicht mehr gewinne.

Zum Rennen. Beim Start lasse ich erst einmal den hochmotivierten Sprintern den Vortritt, die das Ganze mit einem 800-Meter-Rennen verwechseln und nach 500 Metern den Gang rausnehmen. Kennt man schon aus den letzten beiden Jahren. Den ersten Kilometer beende ich an Position zwei und bin endlich richtig warm. OK, Schluß mit lustig, jetzt mal ernsthaft. Da sich die Konkurrenz im vergangenen Jahr mit Kricket warm gespielt hat ist es vielleicht etwas unfair hier als ambitionierter Langstreckler mit über 3.000 Laufkilometern pro Jahr einen auf dicke Hose zu machen, aber was wäre die Alternative? Mit angezogener Handbremse laufen ist irgendwie unehrenhaft und wirkt respektlos. Also gebe ich Gummi, nehme die einzige leichte Steigung mit Puls 180 und bin weg. Die anderen nehmen es locker und gratulieren im Ziel mit einer ehrlichen Offenheit, die man selbst unter Langstreckenläufern in dieser Form selten erlebt. Das traditionelle gemeinsame Mittagessen und die netten Gespräche rufen mir wieder ins Gedächnis, daß die wöchentlichen Horrormeldungen über geplante oder ausgeführte Terroranschläge nur einen Bruchteil der Realität abbilden. Und das ist vielleicht wichtiger als das Ergebnis des Rennens.

Und bevor es doch zu politisch wird noch der Spruch des Bürgermeisters bei der Siegerehrung: „Ach. Der Herr Nink schon wieder.“

Irgendwann wird ein junger, talentierter, hochmotivierten Läufer kommen und dieses Rennen gewinnen. In diesem Jahr hatte der Typ mit der Glatze noch einmal die Nase vorn. Vielleicht zum letzten Mal.

P.S. Fotos konnte ich leider keine machen, da ich mein Handy vergessen hatte. Viellicht darf ich welche von der Veranatalter-HP verwenden.

Hier ist schon mal der Link: http://www.ahmadiyya.de/gebetsstaette/moscheen/limburg-an-der-lahn/


22. Neroberglauf in Wiesbaden (04.03.2017)

Morgen ist es wieder so weit. Aber da sich nichts geändert hat, kann ich auch schon mal ein wenig vorgreifen.

Das Ganze war ursprünglich ein reiner Berglauf. Start in Wiesbaden und 8 Kilometer die Platte hoch über den gefürchteten Schlußanstieg "Rodelbahn" bis zum Jagdschloss mit knackigen 440 Höhenmetern im Anstieg. Zum 20jährigen Jubiläum wurde das Rennen um die "X-treme"-Variante erweitert, was auch der Grund war, warum ich vor zwei Jahren erstmals dort mitgelaufen bin. Also hoch, runter und noch mal hoch, macht 25 Kilometer und 880 Höhenmeter. Krafteinteilung ist hier alles, denn wenn man bergab überzieht, kommt beim zweiten langen Anstieg der Einbruch. Und das Ganze auch noch aus dem Wintertraining heraus.

Im Ziel gibt es die traditionelle Tafel Olympia-Schokolade (Ausrichter ist der LC Olympia Wiesbaden) und wer möchte, kann den Shuttlebus zurück zur Halle nehmen. Ich habe mir vorgenommen, diesmal die XXL-Variante zu wählen und noch einmal locker die Downhillstrecke zu laufen. Übrigens gibt es jetzt schon mehr Voranmeldungen (78) als Starter in 2015 (71). Das Format scheint also zu ziehen.

 


 

5.Alsberglauf in Rennerod (06.06.2014)

Auch wieder so eine Veranstaltung, bei der die Bezeichnung "Dorflauf" nicht so ganz paßt. Start und Ziel sind nämlich mitten in der Alsberg-Kaserne am Ortsrand von Rennerod. Dementsprechend führt die Strecke quer durch die Kaserne und in zwei Runden mit zwei leichten Anstiegen durch ein nahegelegenes Waldstück. Ein Teil der Strecke ist mit einer Mischung aus Sand und feinem Kies ausgelegt, was es etwas anstrengender macht. Also nicht unbedingt eine Strecke für Bestzeiten.

Dafür ist die Organisation durch den Turnverein mit Unterstützung der Bundeswehr-Sanis absolut vorbildlich.  Für läppische 5,- € Startgeld (4,- € für die 5K) gibt es nicht nur eine Urkunde sondern auch noch eine Finishermedaille. Sachpreise für die Alterklassenbesten gibt es auch noch und kostenlose Parkplätze stehen vor der Kaserne zur Verfügung.

101 Starter allein beim 10K sprechen für sich. Das ganze hat Familienfestcharakter, inklusive Hüpfburg für die Bambinis und Würstchen vom Grill.

Fazit : absolut empfehlenswert

 


22.Villmarer Dorflauf (29.11.2014)

In Villmar ist die Bezeichnung "Dorflauf" Programm. Die Urkunden werden noch von Hand geschrieben, der Mann mit dem Mikro kennt die Hälfte der Läufer persönlich und hat für viele einen passenden Spruch parat und für den AK-Sieg gibt es einen dekorativen Bierkrug, der gleich ins Trophäenregal wandert.

Die Strecke führt ein kurzes Stück über einen Waldweg und danach durch ein Wohngebiet, ist absolut flach und dementsprechend schnell. Je nach Distanz (bis 2K für die Jugend, 5K oder 10K) müssen mehrere Runden gelaufen werden. Die Organisation ist unkompliziert und das Startgeld recht günstig (z.B. 4,00 € bei Voranmeldung für die 5K). Parkplätze gibt es in ausreichender Zahl direkt am Sportgelände.

Insgesamt waren rund 200 Teilnehmer am Start.

Fazit : netter Dorflauf, den man sich zum Saisonabschluss ruhig gönnen kann.

 


33.Herbstcrosslauf Eitelborn (08.11.2014)

Gelegentlich hört man, daß Crossläufe "out" seien, weil sie einerseits nicht die breite Masse der Hobbyläufer (insbesondere die Lauftreffs) ansprechen sondern fast nur die aktiven Wettkämpfer und andererseits mit den großen "Events" der Survival Runs nicht mithalten können.

Ich persönlich laufe gelegentlich ganz gerne bei einem Crossrennen mit statt eine schnelle Trainingsrunde zu drehen und Eitelborn bietet sich da einfach ein. Nebenbei finde ich Crossrennen aufgrund der schwierigeren Streckenverhältnisse interessanter als ein gleichlanger Lauf auf Asphalt.

Was für Eitelborn spricht:

- die Organisation ist perfekt, man muß sich nicht vorher anmelden (kann es aber). Mit 110 Startern ging es recht familiär zu.

- 100m vom Parkplatz zur Anmeldung und zum Start

- 4,00 Startgeld sind geschenkt. Dafür gibt es auch noch eine Urkunde und heißen Tee (und mit etwas Glück noch einen Sachpreis).

- die Strecke ist anspruchsvoll mit einem unangenehmen langgezogenen Anstieg, einer Bergabpassage bei der man ordentlich aufpassen muß und daher vielen Rhythmuswechseln aber trotzdem so gut präpariert, daß man im Ziel nicht wie eine Wildsau aussieht. Hinzu kommt noch eine kurze steile Rampe kurz vor Ende jeder Runde. Von Wiese über etwas Asphalt bis zu einem Trampelpfad am Waldrand ist alles dabei.

- es gibt separate Rennen für Jugend, Damen, Senioren u.s.w. so daß auf der Strecke nie zu viel Getümmel herrscht

 

Da ich in diesem Jahr erstmals im Seniorenrennen der AK45-80 über 4920m starten durfte, wurde die Gelegenheit gleich einmal genutzt. Mit einem optimistischen Blick auf die Ergebnisliste des Vorjahres (da war ich im offenen Rennen über die längere Distanz am Start gewesen) rechnete ich mir gute Chancen auf einen Platz unter den ersten drei aus.

Dementsprechend frech war meine Taktik beim Start (das Rennen war übrigens mit 28 Startern das teilnehmerstärkste des Tages). Also Sprint über 50m, als Erster in die Kurve und ohne Bremse das erste Gefälle hinunter. Vielleicht würde mich die Konkurrenz ja etwas davon ziehen lassen. Gleich in der ersten Steigung ging aber schon der spätere Sieger Thomas Kirschey aus Koblenz problemlos an mir vorbei. Das ich gegen ihn unter normalen Umständen keine Chance haben würde, war schnell klar. Kurz danach mußte ich dann auch noch Chris Fröhlich vom TV Nassau vorbei lassen. Ihm konnte ich noch bis zum Sportplatz folgen, aber dann vergrößerte sich auch hier der Rückstand unaufhaltsam Meter um Meter. In den nächsten beiden Runden konnte ich mein Tempo wenigstens einigermaßen konstant halten und ein erster Blick nach hinten zeigte mir, daß ich den dritten Platz wohl kaum noch verlieren würde. Am Ende hatte ich 50 Sekunden Vorsprung auf den Viertplazierten und mußte kein Risiko mehr eingehen.

1. Thomas Kirschey (19:50), 1.M50

2. Chris Fröhlich (20:53), 1.M55 (die nächsten 10 Jahre darf ich also nicht viel langsamer werden blush)

3. Oliver Nink (21:34), 1.M45

Für den AK-Sieg gab es sogar noch einen großen roten Sonnenschirm (ohne Werbeaufdruck), der direkt von der Gattin einkassiert wurde.

Fazit : richtig nette Veranstaltung. Ist für 2015 vorgemerkt.

 


1.Flachter Dorflauf  (06.07.2014)

Ein 10km nur 15 Minuten von zu Hause für läppische 7 € ? Ist natürlich Pflichtprogramm. Und dann auch noch die Premiere anläßlich des 125-jährigen Jubiläums des Turn- und Fechtvereins Flacht (das man hier früher auch mal die Klingen gekreuzt hat war mir neu). Bei der Abholung der Startnummer gab es als kleines "Goodie" auch noch eine Plastiktrinkflasche mit Vereinslogo. Macht sich im Regal als Ersatz für einen Finisher-Pokal ganz gut.

Ein kleines Stirnrunzeln erzeugte dagegen der Blick auf den Streckenplan. Die 5k-Läufer sollten Zeitgleich mit den 10k-Läufern starten und etwa 150 Meter Vorsprung bekommen, da auf einem Rundkurs mit Zieleinlauf auf dem Sportplatz gelaufen wurde und sonst keine bestzeitenlistentauglich vermessene Strecke möglich gewesen wäre. Meine Befürchtung war also, daß ich nach spätestens 200 Metern in die langsameren 5k-Läufer hinein rauschen würde. Also gleich mal die ersten Meter der Strecke inspiziert und geschaut ob man notfalls in der Botanik überholen kann. Kann man vergessen. Dichtes Gebüsch und ein Startkorridor mit maximal 4 Metern Breite. Das konnte bei glatt 100 Startern über 5K ja lustig werden.

Da half nur eins : ordentlich aufwärmen und für einen Formel-1-Start planen. Also ganz frech möglichst weit vorne aufstellen, mit Vollgas in die erste Kurve, niemanden vorbei lassen und das Überholen notfalls als Trail-Einlage gestalten. Zum Glück erinnerte der Sprecher die 5K-Läufer vor dem Start daran, links eine Spur für die schnelleren 10K-Läufer freizulassen. Das sollte funktionieren ? Es funktionierte ! Keine Rempeleien, keine Stürze, völlig problemloser Start. Respekt !

Einen kleinen Gag hatte sich der Veranstalter für die Rundenzählung ausgedacht. Auf der Hälfte jeder Runde, die beim 10k viermal gelaufen werden mußte, gab es nämlich einen Stand, an dem man sich ein nettes buntes Frotte-Armbändchen abholen mußte. Beim Zieleinlauf mußten dann logischerweise vier Bändchen wieder abgegeben werden. Öfter mal was Neues, aber es hat funktioniert.

Streckenverpflegung : Wasser

Strecke : Asphalt, fast völlig flach mit einem etwa 100 Meter langen Anstieg auf jeder Runde, hoch zum Wendepunkt und gleich wieder runter.

Urkunden : Bei Platz 1-3 direkt bei der Siegerehrung, sonst im Internet

Stimmung : Viel Applaus beim Zieleinlauf, einige Zuschauer auf der Strecke. Paßt.

Organisation insgesamt : völlig reibungslos

Finisher : 68 über die 10K und 100 über die 5K. Dazu noch Walker und viele Kinder.

Fazit : gerne wieder