Ich gebe ja zu, daß die Idee spätestens seit der Erfindung der Radio-Hitparade nicht mehr ganz neu ist, aber mir gefällt es. Ist natürlich alles subjektiv und die Reihenfolge könnte sich jederzeit abhängig von Wetter, Tagesform und Gemütszustand ändern. Macht aber nichts.

 


Die meisten Läufer veröffentlichen ihre Playlists für alle Gelegenheiten (Marathon, Intervalltraining u.s.w.). Es gibt aber auch Sachen, auf die man eigentlich gar nicht laufen kann - ich zumindest nicht. Daher:

Die Top 10 der Sachen, die sich im Laufe der Zeit auf meinem MP3-Player angesammelt haben, auf die man irgendwie nicht laufen kann:

10. Spirit of Africa (so eine Art Entspannungsmusik - was man nicht alles auf Flohmärkten findet)

9. Händels Wassermusik (es gibt auch klassische Musik auf die man super laufen kann)

8. Die meisten alten Sachen von Genesis mit Frontmann Peter Gabriel

7. Enya

6. Romantic guitar

5. Romantic piano

4. Joan Baez

3. Walt Disneys Musical Hits (mit schönen Grüßen von Sonja)

2. Best of Bollywood (siehe 3.)

1. Die Känguruh-Chroniken (mit Hörbuch laufen geht bei mir irgendwie überhaupt nicht)


Normalerweise mache im beim Fernsehen einen großen Bogen um alle Arten von Doku-Soaps. Mich interessieren keine Holzfäller, keine windigen Autohändler und auch keine gefakten Problemfälle (aka Assi-TV).

Die einzige Ausnahme mache ich bei den Mythbusters (wer sie nicht kennt sollte mal Wikipedia bemühen). Immer wieder genial, egal ob bei Hollywood- oder Alltagsmythen. Nur das USA-typische Geballere in jeder dritten Folge - egal ob mit der Halbautomatik oder der 45er - müßte nicht sein.

In diesem Sinne :

Meine Top 10 der Läufermythen (am eigenen Leib getestet) - und sonstiger Unfug, den man immer mal wieder hört

10. "Laufen ist schlecht für die Knie".

Fakt: Klingt einleuchtend und wird immer wieder ungeprüft nachgeplappert. Fragt sich nur, warum es so viele Leute gibt, die seit 40 Jahren laufen und immer noch keine Knieprobleme haben (im Gegensatz zu fast allen Fußballern, die ich kenne). Derzeit heißt es eher, daß Laufen die Durchblutung im Gewebe rund um den Knorpel fördert und daher z.B. Arthrosen vorbeugt.

Persönliche Erfahrung: Ich habe mir vor Jahren mal die Außenbänder im Knie überdehnt (nicht beim Laufen sondern beim Judo) und danach immer wieder Probleme damit gehabt. Seit ich intensiv und regelmäßig laufe, sind diese Probleme völlig verschwunden. Neue Knieprobleme sind sind bislang selbst bei Ultraläufen nicht aufgetreten. Daher : Mythos zerstört.

9. "Dehnungsübungen nach jedem Trainingslauf verhindern Muskelprobleme".

Fakt: Bei diesem Thema scheiden sich die Geister. Es gibt auch absolute Dehnungsmuffel, die nie Probleme mit den Muskeln bekommen.

Persönliche Erfahrung: Durch die Erhöhung meines Trainingsumfangs hatte ich kurzfristig mal ein kleines Problem mit einem verkürzten Muskel im Oberschenkel und ein Problemchen mit der Achillessehne. Beides habe ich durch regelmäßiges Dehnen und ohne Schmerzsalbe oder andere Hilfsmittel beheben können und die Probleme sind auch nie wieder aufgetreten. Daher: Mythos plausibel.

8. "Drei veschiedene paar Laufschuhe sind das Mindeste".

Fakt: Wird von vielen Leuten als Trick der Schuhindustrie angesehen um den Absatz zu steigern. Soll aber die Belastung von Gelenken und Sehnen verringern, da jedes Schuhmodell den Bewegungsapparat anders belastet.

Persönliche Erfahrung: Zum einen ist es schon praktischer, verschiedene Laufschuhe für verschiedene Gelegenheiten (Trail, Wettkampf auf kürzeren Strecken, Marathon auf Asphalt ...) im Schrank zu haben. Mit meinen 5K-Rennschlappen laufe ich keinen Marathon, während meine bevorzugten Marathon-Treter nichts fürs schwere Gelände sind. Das man einen Schuh nach einer längeren Laufeinheit ein paar Tage stehen lassen soll, damit sich das Dämpfungsmaterial wieder ausdehnen kann, klingt auch einleuchtend. Und da ich mit dieser Taktik immer noch keine Probleme mit den Füßen habe : Mythos plausibel.

7. "Läufer sind ungesellige Einzelgänger".

Persönliche Erfahrung: Ich habe noch nie so viele nette und interessante Leute kennen gelernt wie bei Laufveranstaltungen. Auch wenn ich meine Trainingseinheiten aus organisatorischen Gründen meist alleine absolviere : Mythos zerstört.

6. "Langstreckenlaufen ist langweilig"

Persönliche Erfahrung: Selbst schuld, wenn man immer die gleiche Runde im gleichen Tempo durch den gleichen Wald dreht. Ich laufe seit Jahren und lerne immer wieder neue Strecken kennen (selbst hier in der Umgebung kenne ich noch nicht jeden Wanderweg), nehme immer wieder an neuen Veranstaltungen teil und meine Playlist ändert sich auch jede Woche. Daher : Mythos zerstört (wenigstens für mich persönlich).

5. "Laufen ist out".

Fakt: Schwer zu sagen. Da müßte man eine ganze Reihe von Statistiken bemühen. Die letzte große Aktion zur Mobilisierung der Laufmassen (Trimm-dich, Aktion 130) ist aber schon eine Weile her.

Persönliche Erfahrung: Auch schwer zu sagen. In meiner Familie (selbst wenn man die entfernten Tanten, Onkels, Cousins u.s.w. dazu nimmt) bin ich der einige Läufer. Hier im Ort laufen zwar einige regelmäßig durch den Wald, aber ich bin anscheinen der Einzige, der auch mal an Volksläufen und sonstigen Veranstaltungen teilnimmt.

Daher: Mythos plausibel (wäre aber ein Fall für eine ausführlichere Diskussion und da "in" und "out" sowieso relativ ist, belasse ich es dabei).

4. "Ultralaufen ist Extremsport".

Zumindest wird das immer wieder mal in TV-Reportagen über den Rennsteig-Supermarathon (73 Kilometer) oder die bekannten Wüsten-Etappenläufe behauptet.

Fakt: "Extrem" ist definitionssache. Ich kenne Leute, für die wäre schon ein 10-Kilometerlauf "extrem" und nahe an der Gesundheitsgefährdung. Die richtig knackigen Sachen (Spartathlon, UTMB, Ultratrails in den Alpen ...) sind natürlich nicht für jedermann geeignet und eine andere Geschichte. Der Begriff "Ultra" hat nun mal keine Grenze nach oben.

Andererseits: Forscher haben herausgefunden, daß unsere Vorfahren im Schnitt 30 Kilometer dem Wild hinterher laufen mußten, damit frisches Fleisch auf den Grill kommt. Da war gelegentlich bei einem Jagdzug sicher auch mal ein "Ultra" fällig, wenn die Antilope nach dem dritten Fehlversuch endlich mal getroffen wurde und dann trotzdem noch meilenweit davon lief.

Persönliche Erfahrung: Einen Ultralauf in kontrolliertem Tempo (zum Beispiel bei einem schönen Gruppenlauf) stecke ich inzwischen besser weg, als einen Marathon, bei dem ich auf die persönliche Bestzeit schiele. Die Distanz ist nicht alles. Nebenbei laufe ich lieber sechs Stunden durch den Westerwald als eine sechsstündige Kneipentour zu machen wink.

Daher: Kann man so pauschal nicht sagen. Ist eher relativ.

3. "Wer öfter als dreimal pro Woche läuft, ist laufsüchtig".

Fakt: Kaum jemand der eine Sportart (z.B. diverse Ballsportarten) mit etwas Ehrgeiz betreibt, kommt um drei Trainingseinheiten pro Woche herum. Dazu vielleicht noch separates Krafttraining und jede Woche ein Ligaspiel. Macht zusammen auch fünf. Von "Fußballsucht" habe ich dagegen noch nie gelesen. Sicher gibt es irgendwo auch Lauf- und Fitnesssüchtige aber ich habe den Eindruck, daß das Thema immer wieder mal hochgekocht wird, weil gerade kein besseres da ist.

Persönliche Erfahrung: Ich bin ziemlich sicher, daß ich in meinem ganzen Leben noch nie nach etwas süchtig war. Mit diesem Thema könnte man zwar eine Doktorarbeit füllen oder dutzende von Internetseiten bemühen, die ganz genau definieren, wann man süchtig ist aber dazu fehlt mir wirklich der Nerv. Außerdem sollen die Typen, die auf den einschlägig bekannten TV-Sendern von Laufsucht schwadronieren erst mal einen Marathon laufen, bevor sie klug daher reden. Für mich persönlich sage ich da einfach mal : Mythos zerstört.

2. "Bei langen Läufen setzt der Körper Endorphine frei und nach denen wirst du süchtig".

Fakt: Im Prinzip ja. Fachleute schränken aber ein, daß man schon in den absoluten Grenzbereich gehen muß, um diesen Effekt zu erzeugen.

Persönliche Erfahrung: Auch wenn ich gelegentlich auf den letzten Kilometern eines Marathons zu kämpfen habe, war ich noch nie so nah an meiner Grenze der Belastungsfähigkeit, daß mein Körper in die biochemische Trickkiste gegriffen hätte. Das Ziel zu erreichen ist immer ein geiles Gefühl, aber das berühmte "runners high" kenne ich nicht. Jedenfalls nicht so, wie es in zweifelhaft recherchierten TV-Dokus gerne dargestellt wird.

1. "Marathon ist ungesund".

Ein Verwandeter meiner Frau fragt mich jedesmal, wenn ich ihn sehe, ob ich immer noch Marathon laufe und ob das nicht ungesund sei.

Fakt: Ich habe noch nie von einer wissenschaftlichen Studie gehört, die ernsthaft nachweisen konnte, daß ein Marathon grundsätzlich der Gesundheit schadet. Vorausgesetzt, daß man es richtig macht, es nicht übertreibt und sich vernünftig auf so ein Rennen vorbereitet (aber das gilt eigentlich für alle echten Sportarten). Daher : Mythos zerstört (zumindest für mich und vermutlich auch die meisten anderen Freizeitläufer, wenn sie nicht gerade am UTMB oder dem Marathon des sables teilnehmen).

Persönliche Erfahrung: Nach über 40 Marathons/Ultras kann ich bei mir keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen feststellen. Und wenn ich mir anschaue, wie viele Läufer in den Altersklassen >60 noch Marathons und Ultras laufen, bin ich wohl kaum eine Ausnahme. Daher : Mythos zerstört.

 


Die Top 10 der Gründe warum ich überhaupt so gerne laufe (nicht 100% ernst zu nehmen wink)

10. Ich habe noch keine Sportart gefunden, bei der ich in der Lage wäre, Wettkämpfe zu gewinnen. Aber beim Laufen bekomme ich wenigstens nette Finisher-Medaillen und Urkunden.

9. Langstreckenlaufen ist vermutlich die einzige Sportart, in der ich meinen Sohn noch schlagen kann (Und das wird gefälligst die nächsten 20 Jahre auch noch so bleiben ! devil )

8. Mit Geschichten von der Bundeswehr werde ich bei eventuell auftretenden Enkelchen vermutlich keinen Eindruck schinden können. Mit Ultra-Marathons könnte es vielleicht klappen.

7. Irgendwo im Wald in einer üblen Steigung nett grüßend an einem stehen gebliebenen Radfahrer vorbei zu laufen und so zu tun als wäre man überhaupt nicht gefordert (auch wenn man genau weiß, daß man nach der nächsten Kurve ebenfalls stehen bleiben wird) ist unbezahlbar.

6. Bei Geburtstagen das dritte Stück Kuchen zu verputzen und dabei auf die heute Morgen beim 20k-Trainingslauf verballerten Kalorien hinzuweisen ist auch nicht schlecht ("Ich muß noch was essen um mein Gewicht zu halten").

5. Die Antwort auf die Frage "Wie schaffen sie es nur in ihrem Alter so schlank zu sein" lautet fast immer "60 Kilometer die Woche laufen."

4. Ich kann bei Familienfeiern ungestraft jeden, der etwas über mein Alter oder meine nicht mehr vorhandene Frisur zu sagen hat, zu einem "kleinen Trainingslauf am Sonntag Morgen" einladen. Vorausgesetzt, daß ich die Strecke aussuchen darf. Normalerweise ist dann Ruhe.

3. Ich werde vermutlich auch mit 60 noch die meisten kniegeschädigten Fußballer in Grund und Boden laufen. Die Strecke muß nur lang genug sein (sprinten können die komischerweise immer noch).

2. Wenn mir jemand von seinen Heldentaten in irgendwelchen Kreisligen erzählen will und ich ihn nicht ausstehen kann, toppe ich ihn locker mit einem Hinweis auf meine Teilnahme am Westerwaldsteig Endurance Trail oder Keufelskopf-Ultra.

1. Ich kann jedem, der mir etwas über die Gesundheitsrisiken beim Marathon erzählen will, einen fundierten Vortrag über die Folgen von Übergewicht und mangelnder Bewegung halten. Das Spiel "Wer war am längsten nicht mehr beim Arzt" gewinne ich meistens locker.

 


Die Top 10 der Finisher-Shirts

Über Finisher-Shirts gehen die Meinungen ja bekanntlich weit auseinander. Die einen tragen sie mit Stolz, die anderen halten sie für Platzverschwendung im Kleiderschrank und Nichtläufer halten sie für den Beweis, daß Langstreckenlaufen zu modischer Geschmacksverwirrung führt.

Ich persönlich finde sie gar nicht so schlecht, auch wenn sich meine Ausbeute bislang in Grenzen hält. Am ehesten macht noch das giftgrüne "Monschau-Marathon 2013" etwas her. Immerhin bin ich durch Finisher-Shirts schon mit einigen interessanten Leuten ins Gespräch gekommen.

10. Rennsteig-Supermarathon

72,2 Kilometer und 1470 HM im Anstieg sind schon eine Ansage. Da der Rennsteig die größte Ultralaufveranstaltung in Deutschland ist, sieht man das Shirt verhältnismäßig oft, aber als Ultraläufer muß man wohl einfach irgendwann mal zum Rennsteig.

9. Helsinki-Marathon

Habe ich bisher erst einmal in freier Wildbahn gesehen (Gruß an Petteri, den Ultra-Finnen). Wenn schon City-Marathon, dann so einen. Hat einfach Stil.

8. Two-Oceans Marathon Südafrika

Auch das habe ich bisher erst einmal gesehen, hatte aber keine Gelegenheit, den Träger anzuquatschen.

7. Jungfrau-Marathon

Einer der bekanntesten Marathons in den Alpen auf der klassischen Distanz (also abgesehen von den Berg-Ultras rund um Eiger, Matterhorn u.s.w.). Schwer zu bekommen, da der Lauf immer in Rekordzeit ausgebucht ist.

6. Jordanien 1986

Gehörte zwar nicht zu einem Lauf- sondern zu einem Radevent, wurde aber beim Westerwaldlauf 2014 in Rengsdorf von einem netten Herrn getragen, mit dem ich ins Gespräch gekommen war. 73 Jahre alt, nur 15 Minuten nach mir im Ziel (nach 50 Km) und definitiv noch in besserem Zustand als ich. Respekt.

5. K78 Swissalpine

Start und Ziel in Davos. Reizt mich einfach aufgrund der tollen Bilder. Muß ich mir unbedingt irgendwann mal gönnen.

4. Tortour de Ruhr

Wird nur alle zwei Jahre ausgetragen (das nächste mal 2018). Wahlweise 100, 160 oder 230 Kilometer nonstop. Der Slogan "100 km Bambinilauf" auf der Rückseite des Shirts hat schon was. Die richtige Mischung aus Understatement und lässiger Angabe. Das wäre mir die Sache vielleicht sogar mal wert.

3. Salomon 4-Trails

In vier Etappen und insgesamt 160 Km durch die Alpen. Harte Geschichte aber mit der entsprechenden Vorbereitung vielleicht zu schaffen. Ein heimlicher Traum von mir (Nachtrag: wird momentan nicht mehr veranstaltet. Über eine Nachfolgeveranstaltung wird anscheinend gerade diskutiert).

2. Transalpine Run

In 7 Etappen über insgesamt rund 260 Kilometer (je nach Route) im Zweierteam über die Alpen. Vielleicht auch irgendwann einmal als Soloveranstaltung mit der Gattin im Begleitfahrzeug.

1. Ultratrail du Montblanc (UTMB)

163 Kilometer und ca. 8900 HM im Anstieg mit einem Zeitlimit von 46 Stunden. Schon die Qualifizierungsläufe auf denen man Punkte sammeln muß um sich überhaupt für die Teilnahme an diesem Rennen bewerben zu dürfen, treiben einem den Schweiß auf die Stirn. Die inoffizielle Weltmeisterschaft der Ultra-Trailer.

 

Von diesen 10 Shirts habe ich leider noch kein einziges im Schrank, aber ich hätte natürlich gerne irgendwann mal das eine oder andere. Schaun mer mal.