Freundschafts- und Gruppenläufe gibt es über das ganze Jahr verteilt und in beliebigen Varianten. Von der Winterlaufserie zur Vorbereitung auf die neue Saison über den Spendenlauf für einen guten Zweck bis zum Ultramarathon. Hauptsache man kann ohne Wettkampfstress und in lockerer Atmosphäre ein paar Kilometer machen. Und meistens hat man nebenbei auch noch Gelegenheit ein wenig zu quatschen. Vom Gelegenheitsläufer bis zum Profi sollte für jeden etwas dabei sein und für einen guten Zweck kann man in vielen Fällen auch noch laufen. Außerdem gibt es da noch die Wanderveranstaltungen des IVV bei denen man auch als Läufer mitmachen kann. Die Wanderer sind da ziemlich tolerant.


"12. Lauf für Wasser" in Winterborn (15.-16.09.2018)

Die Anfahrt nach Winterborn gestaltete sich unbequem abenteuerlich. Diesmal waren nicht die Autobahnen das Problem sondern die 20 Kilometer, die danach kamen. Drei Baustellen, davon zwei mit Vollsperrungen und lustigen Umleitungen quer durch die Walachein und eine neue Umgehungsstraße, die mein Navi noch nicht kannte, was prompt zu einer kleinen Extrarunde führte. Dafür ist die Halle mit Start und Ziel am Ortsrand von Winterborn nicht zu übersehen und ich werde auch gleich auf den Parkplatz für die Camper geschickt und kann in Ruhe mein Zelt aufbauen. Ab 11:00 soll es dann nach Möglichkeit 24 Stunden lang - natürlich mit Schlafpause - durch den Wald gehen. Die Anmeldung mit Ausgabe der Startnummer ist völlig unproblematisch, die Strecke führt direkt am Parkplatz vorbei so daß man zwischendurch schnell mal an den Kofferraum kann und auch sonst macht die ganze Veranstaltung einen top organisierten Eindruck. Dafür das der Verein "Vision Tansania e.V." nur aus einer handvoll Leuten zu bestehen scheint, hat man hier wirklich eine super Veranstaltung auf die Beine gestellt. Dementsprechend stehen rund 40 Leute pünktlich am Start und nehmen die Strecke in Angriff. Am Ende werden es rund 190 Teilnehmer (neuer Veranstaltungsrekord) gewesen sein. Die Runden werden natürlich ordentlich gezählt und es soll am nächsten Tag auch eine Siegerehrung geben, aber ich habe den Eindruck, daß nur die Wenigsten das Ganze als Rennen ansehen. Der gute Zweck (bei kürzeren Strecken wird um ein Rundengeld von 3,- € gebeten, ab der Marathondistanz 1,- €) steht eindeutig im Vordergrund. 

Nähere Informationen zum Verein gibt es unter: www.vision-tansania.de

Kommen wir zum Zweck meines kleinen Campingausfluges nach Winterborn. Mein erster 24-Stunden-Lauf seit eineinhalb Jahren. 

Runde 1: Von der Halle aus geht es ein Stück bergauf die Strasse entlang Richtung Wald. Jede Runde hat 3,4 Kilometer und 55 Höhenmeter. Klingt harmlos, summiert sich aber gewaltig. Die Waldwege sind auf dem ersten Kilometer gut befestig, danach geht es leicht bergab und langgezogen wieder bergauf. Leider ist die zweite Hälfte der Strecke mit losen Steinen ausgelegt, die mir noch zu schaffen machen werden. Ich laufe locker mit einer 6:00 pace, während sich das Feld schon merklich auseinander zieht. Am Ende werden einige Ultrawanderer mehr Kilometer auf dem Tacho haben als ich.

Runde 3: Erster Boxenstop, das Buffet ist angerichtet. Wasser, Cola, Tee, selbstgemachte Energiebällchen in drei verschiedenen Varianten, Obst, Süssigkeiten, Erdnüsse und Salzbrezel stehen zur Auswahl. Wer will kann am Abend gegen kleines Geld auch noch am Grill zuschlagen. Über die Verpflegung kann man nicht meckern. Außerdem hat jeder seinen eigenen Becher mit Startnummer, was das Müllaufkommen ordentlich reduziert. Sehr vorbildlich.

Runde 5: Die ersten Teilnehmer haben ihr Soll erfüllt, während die ambitionierten Ultras stur eine Runde nach der anderen drehen. Ich bin bisher in meinen leichten Wettkampftretern gelaufen, aber die Strecke ist auf Dauer doch eher für leichte Trailschuhe geeignet. Das ist das Schöne an 24-Stunden-Läufen. Man kann sich für fast alles rüsten und ich steige lieber auf meine bewährten Parkclaws um.

Runde 7: So langsam wird es eintönig. Die Gespräche unter den Läufern und Walkern sind weitgehend eingeschlafen. Also hole ich mir den MP3-Player aus dem Auto und lasse mch von meiner Marathon-Playlist berieseln. Da ich diese immer wieder mal umstelle, weiß ich nie was als nächstes kommt und von Irish Folk bis Metal ist sowieso alles dabei.  

Runde 10: Die Hälfte der für den ersten Tag geplanten Strecke ist erledigt. Zeit für eine kleine Pause, ein paar Fotos und ein Schwätzchen am Buffet. Ein Ehepaar ist sogar mit dem Wohnmobil aus der Nähe von Hamburg angereist und hatte die gleichen Probleme mit den Baustellen wie ich. Sogar ein Team der freiwilligen Feuerwehr ist inzwischen da und dreht seine Runden. Zwischendurch scheint der halbe Ort wenigstens mal vorbei zu schauen oder aus Solidarität eine Runde zu wandern.

Runde 18: So langsam wird es dunkel. Die Strecke ist mit unzähligen LED-Kerzen beleuchtet und es wird langsam kalt. Im nachhinein betrachtet wäre es wohl besser gewesen noch eine Pause zu machen und mit Stirnlampe ein paar weitere Runden zu laufen oder zu wandern, aber der innere Schweinehund gewinnt diesmal und ich rolle mich viel zu früh in meinen Schlafsack, während auf der Strecke noch ein paar ganz harte unterwegs sind.

Runde 19: Ich bin echt zu alt für Zelt, Isomatte und Schlafsack. Um 4:30 bin ich zwar hellwach, aber mir tut alles weh. Ich brauche zwei Runden um wieder einigermaßen auf Touren zu kommen, aber der Muskelkater ist heftiger als erwartet. Dafür ist der Sternenhimmel sehenswert. In der Nähe gibt es keine größeren Orte, die sonst für die sogenannte "Lichtverschmutzung" sorgen. Es ist unangenehm frisch, die Wetterapp zeigt nur 9 Grad an und ich ziehe mir lieber noch einen Pulli über. Ins Schwitzen komme ich trotzdem nicht. Tempo ist nicht mehr. Bergauf jammern die Oberschenkel, bergab kleinere Muskeln rund um die Knie.

Runde 22: Es wird hell, die Strecke füllt sich wieder und das Frühstücksbuffet stellt einen weitern Höhepunkt der Veranstaltung dar. Das kann es mit den meisten Hotels aufnehmen, die ich in früheren Jahren kennen gelernt habe. Pro Runde brauche ich jetzt mindestens 25 Minuten und die Gehpausen werden immer länger. Ein paar neue Gesichter sind auf der Strecke und joggen ein paar Runden im schnellen Tempo.

Runde 26 : Die Oberschenkel könnte ich sicher noch eine Weile quälen und ich habe noch zwei Stunden Zeit um die fehlenden 12 Kilometer zu schaffen, aber mir tun einfach die Fußgelenke weh. Die kleinen Ausgleichbewegungen auf dem steinnigen Untergrund machen sich bemerkbar. Mit 88,4 gelaufenen Kilometern und 1450 Höhenmetern mache ich Feierabend. Ich halte noch ein kurzes Schwätzchen, nehme die Urkunde und eine Mütze mit dem Logo des Vereins in Empfang und baue schnell mein Zelt zusammen. Bei der Gelegeneheit bricht auch noch ein Verbindungsteil zwischen zwei Seitenstreben und das Teil ist reif für den Sperrmüll. War zum Glück ein Billigmodell für 25,- € von Discounter, aber für den nächsten 24-Stunden-Lauf muß ich mir etwas einfallen lassen.

Fazit: Eine sehr schöne Veranstaltung, perfekte Organisation, aber die Strecke hat es in sich. Definitiv nichts fürs persönliche Bestleistungen, aber für 2019 eine weitere Option. Altersbedingt vielleicht ohne Übernachtung.


30 Jahre Lauftreff Hadamar - 30 Kilometer einmal durch die Ortsteile (12.08.2018)

Blick zurück in die fernste Vergangenheit meiner Läuferkarriere. Damals gab es noch den Hadamarer Stadtlauf mit Start und Ziel am Schloß, die 10K waren meine längste Wettkampfdistanz, ich konnte mir zu dieser Zeit noch nicht vorstellen jemals einen Marathon zu laufen und hatte noch Haare auf dem Kopf. Also verdammt lange her. Inzwischen gibt es den Lauftreff Hadamar seit 30 Jahren - ich wüßte keinen anderen Lauftreff hier in der Gegend, der sich so lange gehalten hat - und das war den Sportfreunden doch glatt einen großen Freundschaftslauf mit anschließender Geburtstagsfeier wert. Zur Auswahl standen 30, 15, 10 und 5 Kilometer und auf der langen Strecke waren immerhin 24 Leute am Start, darunter natürlich viele bekannte Gesichter aus der Gegend von den Mo-Mi-Läufern mit meinem alten Bekannten Werner bis zum SC Oberlahn. Ein paar Gesichter hat man zuletzt vor drei Wochen beim Ultra am Grauen Kopf gesehen. Genug Gelegenheit also, auf der Strecke bei angenehmem Trainingstempo ein Schwätzchen zu halten. Die Saison ist noch lang und von Berlin bis zum TAR haben einige Läufer noch lustige Sachen vor für die so ein Lauf genau richtig kommt.

Blick zurück nach Hadamar kurz nach dem Start bei schönstem Laufwetter.

Quer durch die Felder geht es erst einmal nach Niederweyer und Oberweyer Richtung Wald. Alle 5 Kilometer steht ein mobiler Verpflegungsstand mit Getränken und Snacks. Den Laufrucksack mit zwei Wasserflaschen und Notfallvollverpflegung hätte ich mir also sparen können, aber bei einem Lauf ohne Startgeld habe ich mit so einem Service ganz ehrlich nicht gerechnet. Großes Lob an das Orgateam. Weiter geht es nach Steinbach und vorbei an der Wallfahrtstätte "Sieben Schmerzen." Wie einige Läufer vermuteten sind das aber nicht die, die man beim Marathon alle 6 Kilometer hat.

 

Weiter geht es über Ober- nach Niederzeuzheim und aus der Ferne grüßt der Blasiussteig. In Hadamar ist dann die große Sightseeingrunde fällig. Obwohl ich mal zwei Jahre in Niederhadamar gewohnt habe komme ich an ein paar Ecken vorbei, die ich noch nicht gesehen habe.

Hier erfahre ich zum Beispiel auch, daß der Brückenheilige den gleichen Namen trägt, wie sein Gegenstück auf der alten Lahnbrücke in Limburg, nämlich Nepomuk. Wer einmal nach Hadamar kommt und dort eine Runde laufen möchte sollte sich auf jeden Fall die Innenstadt gönnen, auch wenn es dort keine ausgewiesenen Wanderwege gibt. Der Anstieg hinauf zum Herzenberg und zum Rosengarten lohnt sich auf jeden Fall für den tollen Blick über die Stadt. Vom Rathaus aus hat der Anstieg allerdings gefühlte 18% und stellt die letzte Schikane der Strecke dar.

Vom Schloß aus hätte man natürlich auch auf kürzestem Weg zurück zum Sportplatz laufen können, aber dann hätte irgendwas gefehlt. So stehen am Ende ziemlich genau 500 positive Höhenmeter auf dem Tacho. Heiße Dusche, ein alkoholfreies Bierchen, Salatbuffet, Stück Kuchen zum Nachtisch - genau in der Reihenfolge. Als kleinen Nebeneffekt haben mich noch ein halbes Dutzend Leute auf den "Sunrise to sunset" angesprochen. Besser geht es nicht mehr.

Fazit: ein wirklich schöner Freundschaftslauf, tolle Strecke, sollte man vielleicht im nächsten Jahr in der einen oder anderen Form wiederholen. Gerne auch ohne Verpflegung mit Selbstversorgung.

Und der Vollständigkeit halber: http://www.lauftreff-hadamar.de/

 


37. Dillblick-Wanderung des IVV, Herborn, 21 K, 632 HM (10.03.2018)

Start und Ziel ist diesmal die Vitos-Klinik. Parken ist dort nicht direkt möglich, aber es sind mehrere Parkplätze in der Nähe ausgeschildert. Von dort geht es erst einmal stramm bergauf und aus Herborn heraus. Auf den ersten drei Kilometern sind bereits ordentlich Höhenmeter fällig und ich komme schon ins Schwitzen bevor es mitten ins Gelände geht. Die ersten Trails sind vom Regen der letzten beiden Tage und dem Tauwetter völlig aufgeweicht und die Waldwege sehen an einigen Stellen so aus, als hätte die Bundeswehr hier ihren Betriebsausflug mit Kettenfahrzeugen gemacht. Stellenweise ist auch noch Eis auf der Strecke obwohl die Temperaturen beim Start bei angenehmen 6 Grad gelegen haben. Trotz Nebel.

  

Kurz hinter dem ersten Kontrollpunkt überhole ich eine kleine Gruppe älterer Teilnehmer, die sich lautstark darüber beschwert, daß die Strecke nicht seniorengerecht ist. Mal ehrlich. Mit was muß ich in dieser Gegend um diese Jahreszeit denn rechnen? Flach und Asphalt ist hier nicht. Erst kurz vor Amdorf führt die Strecke ein Stück über Teer und gut befestigte Wege, auf denen man Kilometer machen kann. Das bleibt aber nicht lange so. Nach 11 Kilometern macht die Strecke einen Rechtsknick und führt zurück Richtung Herborn. Die Gegend kommt mir bekannt vor und ein paar Meter weiter weiß ich auch warum. Ich bin nämlich auf dem Teil des Westerwaldsteiges unterwegs, den wir vor zwei Jahren bei Jörgs Endurance-Trail auf der 1.Etappe in umgekehrter Richtung gelaufen sind. Da steht man 50 Kilometer von zu Hause entfernt irgendwo im Wald und fühlt sich trotzdem irgendwie heimisch. Es geht schließlich vorbei am Herborner Wildpark und dem Künstlerwald mit seinen Holzskulpturen. Das neugierige Mufflon wurde übrigens von meinem letzten Müsliriegel angezogen, aber Schoko-Banane wäre bestimmt nicht das Richtige gewesen. Der Wildpark ist übrigens ein echter Tip für Familien mit Kindern. Abgesehen von den Tiergehegen gibt es überall im Wald große Klettergerüste und Infotafeln. Wirklich schön gemacht.

Der letzte Streckenabschnitt führt leider mitten durch Herborn und das zur besten Einkaufszeit, aber das lies sich  organisatorisch wohl nicht anders lösen. Am Sonntag ist natürlich weniger Betrieb in der Innenstadt.

Fazit: Schöne, aber ziemlich anspruchsvolle Strecke, ordentliches Höhenprofil. Geländegängige Schuhe sind unbedingt empfehlenswert.


10. WETON-Spendenlauf in Limburg-Staffel (16.09.2017)

Der von der Firma WETON jedes Jahr organisierte Spendenlauf ist hier in der Gegend mit Abstand der größte dieser Art. In diesem Jahr wurde erstmals die Marke von 500 Teilnehmern geknackt und das bei einer Veranstaltung ohne Zeitmessung und Siegerehrung (die gibt es nur für die Kinderläufe). Das Ganze ist eher ein großes Familienfest, auch wenn man auf der flachen Wendepunktstrecke ruhig mal wieder testen kann, was vor den Herbstmarathons tempomäßig drin ist (der schnellste 10K-Läufer kam locker unter 39 Minuten ins Ziel). Die Mehrzahl der Teilnehmer läßt es allerdings eher ruhig angehen. Vom Gelegenheitsjogger bis zum Vereinsläufer ist wirklich alles vertreten. Teilnehmerstärkte Gruppe war übrigend die LG Dornburg mit 63 Aktiven. Der Lauftreff Diez-Limburg war ebenfalls mit einer richtig großen Gruppe vertreten (Danke der Nachfrage zum Sunrise to sunset :-) )

Für läppische 10,- € Startgeld gibt es ein Finisher-Funktionsshirt, zwei Verzehrbons für die Kuchen- und Wursttheke sowie ein Los für die Tombola, die nach dem Lauf stattfindet. Das Preis-Leistungsverhältnis ist kaum zu schlagen. Gelaufen wird auf dem völlig flachen und befestigten Radweg zwischen Staffel und Elz. Wer die 5K läuft pendelt nur einmal hin und her, die 10K-Läufer dürfen die Strecke doppelt laufen. Für Wanderer und Walker war diesmal eine 3K-Strecke ausgeschrieben, bei der der Wendepunkt einfach etwas früher erreicht wurde. Da sich das Teilnehmerfeld nach den zwei Einführungsrunden um das Firmengelände schon entzerrt hat und die Walker mit fünf Minuten Vorsprung losgeschickt wurden (eine klare Verbesserung zum Vorjahr) kann eigentlich jeder ohne Probleme sein Tempo laufen. Nur kurz vor dem zweiten Durchlauf bei Start und Ziel gab es einen kleinen Stau weil die Strecke hier wegen der Zufahrt zum benachbarten Supermarkt einen kleinen Engpass aufweist. Unterwegs gibt es zwei Getränkestände, einen am Wendepunkt und einen am Ziel. Geparkt wird in unmittelbare Nähe auf einem angrenzenden Firmengelände.

--- Bild aus Sicherheitsgründen (DSGVO) entfernt -----

Insgesamt eine richtig schöne Veranstaltung (ich war schon zum dritten Mal am Start - erstmals mit der ganzen Familie).

Nähere Infos gibt es hier: http://www.weton.de/weton-benefizlauf-2/


20. IVV Volkswanderung rund um Greifenstein (03.09.2017)

Ich muß zugeben, daß ich von den ersten 10 Kilometern der Strecke etwas enttäuscht war. Asphalt pur und bis auf ein paar Bodenwellen total flach. Dies war allerdings der Tatsache geschuldet, daß dieser Streckenabschnitt auch für die Radwanderer gedacht war, die danach auf eine eigene Strecke gingen. Für die Wanderer und Läufer wurde es ab Kilometer 10 viel besser. Schöne Waldwege, Trails und haufenweise Höhenmeter (am Ende kamen knackige 634 davon zusammen). Hätte mich bei einer IVV-Veranstaltung aber auch gewundert. Da endlich die Sonne heraus kam – von einem kurzen Abschnitt direkt am Start in Beilstein abgesehen hatten die ersten Kilometer in dichtem Nebel gelegen – lohnte sich jetzt auch die Aussicht. Ich hatte mich diesmal für die 30 Kilometer entschieden, was bedeutete, daß zwei Schleifen fällig waren. Eine 18K-Runde Richtung Ulmtalsperre, vorbei am Badesee und em Campingplatz und eine 12K-Runde nach Greifenstein. Ein Teil der Strecke gehört übrigens zu den Wäller Touren, nämlich der südliche Teil der großen Greifensteinschleife.

Links: Kurz nach dem Start. Zwei alte Eisenbahnbrücken und eine ehemalige Bahntrasse. Danach ging es im Nebel weiter.

Rechts: Hinweise darauf, daß die Gegend früher eine Bergbauregion war, findet man immer wieder.

 

Bei Kilometer 10 kommt langsam die Sonne heraus und man halt endlich keinen Asphalt mehr unter den Sohlen.

 

  

Blick vom letzten Kontrollpunkt in Greifenstein Richtung Herborn. Die letzten 5 Kilometer geht es fast nur bergab.

Die Organisation der Verantaltung war wieder einmal auf gewohntem IVV-Niveau. Nette Leute an den Kontrollpunkten, gute Streckenbeschilderung und insgesamt eine schöne, anspruchsvolle Strecke.


Spendenlauf auf dem Schwalberstieg (30.06.2017)

Vom Schwalberstieg hatte ich bislang noch nicht gehört, aber die kleine Bildungslücke lies sich schnell schließen. Es handelt sich um einen Premiumwanderweg an der Mosel – einer der sogenannten Traumpfade – mit einer Länge von 13 Kilometern, Rundkurs, 480 Höhenmeter. Klang doch schon mal nicht schlecht. Nähere Infos gibt es hier:

http://www.traumpfade.info/traumpfade-rhein-mosel-eifel/mosel/schwalberstieg/

Die Kurzbeschreibung verspricht übrigens nicht zu viel.

Start und Ziel sollte in Niederfell (auch noch nie gehört, netter kleiner Ort direkt an der Mosel) am Wanderparkplatz an der Linkemühle sein. Veranstaltet wurde das Ganze von Meddys Lauftreff (OK, den kenne ich natürlich) aus Koblenz in Zusammenarbeit mit www.laufenundhelfen.de (kannte ich leider noch nicht, aber das war dann auch die letzte Bildungslücke des Tages) im Rahmen einer ganzen Serie von Spendenläufen.

Pünktlich zum Start hatten sich rund 35 Teilnehmer eingefunden. Meddys Ansprache ist kurz und bündig, ein paar Infos über den Hintergrund der Veranstaltung, ein paar Worte zur Strecke und los geht’s. Wem die 13K (noch) zu lang sind, der kann auch eine 6K-Strecke laufen. Für beide Gruppen stehen streckenkundige Guides zur Verfügung und da der Start am tiefsgelegenen Punkt der Strecke liegt, geht es natürlich erst einmal gepflegt bergauf. Die Strecke gefällt mir schon jetzt. Schöne Trails und eine herrliche Gegend. Hier im Renntempo durchzuballern wäre eine Sünde, die man an der Röder-Kapelle sofort hätte beichten müssen.

--- Bild aus Sicherheitsgründen (DSGVO) entfernt ----

Da es auf den ersten fünf Kilometern fast stetig bergauf geht, zieht sich die Gruppe ein wenig auseinander aber an den Aussichtspunkten kommt man immer wieder zusammen. Die Guides haben ihre Schäfchen bestens im Griff und die Aussicht entschädigt für jeden gelaufenen Höhenmeter. Die Bilder sollten für sich sprechen.

Nach einem letzten Blick ins Moseltal geht es bergab und zusammen mit einem anderen Läufer mache ich mir jetzt doch mal den Spaß, einen Downhill im Renntempo zu nehmen. Im Ziel gibt es Isogetränk, Salzbrezel und Magnesium. Man unterhält sich noch ein bischen und Meddy gibt ein Spendenergebnis von 274,- € (nur durch die anwesenden Teilnehmer) bekannt. Nicht schlecht. Am Ende sind es sogar 1.096,- € an generierten Spenden.

Insgesamt eine tolle Veranstaltung mit netten Leuten. Mal schauen, wann der nächste Lauf aus dieser Serie ansteht.

Noch ein Nachtrag zur Wahl der richtigen Laufschlappen. Die Meisten waren mit Strassenschuhen unterwegs, was durchaus geht. Ich hatte mich für die leichten Trailschuhe entschieden, was in einigen Passagen auch nicht die schlechteste Idee war. Gerade das letzte Stück hinunter zur Linkemühle mit geschätzten 15% Gefälle und engen Kurven war mit gutem Profil doch etwas sicherer zu laufen.


Mörfelder Winterlaufserie (November bis Februar)

Und noch eine schöne Laufserie um den inneren Schweinehund in der kalten Jahreszeit aus dem Haus zu jagen.

Die Strecke führt durch ein Waldgebiet am Ortsrand von Mörfelden und bietet eine 5K- und eine 10K-Runde. Beide Strecken sind super präpariert und auch bei Regen und Schnee gut zu laufen. Normale Marathontreter reichen hier völlig. Im Gegensatz zu Lorsbach sucht man die steilen Anstiege hier vergeblich (kleine Bodenwellen zählen nicht) aber um schnell mal ein paar Kilometer abzuspulen ist die Strecke genau richtig. Wer möchte, kann natürlich auch mal ein paar der vielen anderen Wanderwege ausprobieren.

Vorsicht ! Zum Teil sind Mountainbiker unterwegs.

Auch in Mörfelden kann man eine ganze Serie laufen, wobei außer den Freundschaftsläufen noch ein Adventsrennen über 10K und ein Halbmarathon angeboten werden.

Wer sich zuerst für Einzelstarts entscheidet (Startgeld 1,50 €) kann sich das später anrechnen lassen. Man zahlt so maximal 15,00 € für die ganze Wintersaison und bekommt am Ende der Laufserie eine Urkunde mit den gelaufenen Kilometern.

Kostenlose Parkplätze gibt es in ausreichender Menge direkt am Sportplatz.

 


Hünstetter Freundschaftslauf (immer am 03.10.)

Wer im Herbst noch einen Marathon plant (zum Beispiel Frankfurt oder Hachenburg) und noch einen langen Lauf in netter Gesellschaft machen möchte, ist beim Freundschaftslauf in Hünstetten Bechtheim (Hessen, in der Nähe von Bad Camberg, gut über die A3 zu erreichen) genau richtig. 2014 wurde dieser Lauf übrigens schon zum 29. Mal organisiert.

Gelaufen wird eine ordentlich profilierte Strecke über 32K und ca. 550HM (Vordertaunus eben) durch alle Ortsteile von Hünstetten. Gestartet wird dabei kurz nacheinander in vier Gruppen, bei denen sich das Lauftempo in etwa an die geplante Zielzeit beim Marathon orientiert. Jede Gruppe wird dabei von einem "Guide" geführt, der das Tempo vorgibt und die Strecke genau kennt (die ist nämlich nicht ausgeschildert). Unterwegs gibt es vier Verpflegungsstationen (mit Wasser, Tee, Apfelsaft und Bananen) an denen jeweils kurz gerastet wird.

Wer feststellt, daß er sich eine zu schnelle Gruppe ausgesucht hat oder einfach den falschen Tag erwischt hat, kann sich jederzeit in die nächstlangsamere Gruppe zurück fallen lassen.

Startgeld : 0,00 €. Wer möchte, gibt nach dem Lauf etwas in die Spendenbox in der Turnhalle. Damit "bezahlt" man auch fairerweise auch den Kaffee und den Kuchen nach dem Lauf. Das Kuchenbuffet ist der Hammer! Nur Extrawünsche (Bier, Würstchen) kosten etwas extra.

Teilnehmer-Urkunde für alle im Rahmen einer kleinen "Siegerehrung" (eine Zeitnahme oder Siegerliste gibt es logischerweise nicht).

Stimmung : Zuschauer sind normalerweise keine an der Strecke aber nach dem Lauf ist die beste Gelegenheit für ein nettes Schwätzchen.

 


Winterlauf- und Walkingserie in Hofheim-Lorsbach (Taunus)

Das war die erste Veranstaltung dieser Art, die ich jemals mitgemacht habe und auch in diesem Winter gehören die Läufe durch den Schinderwald (nomen est omen) wieder fest in meinen Terminkalender. Von November bis Februar werden insgesamt sechs Veranstaltungen angeboten (und zwar bei jedem Wetter), bei denen man sich nach Herzenslust durch den Taunus quälen darf um fit fürs neue Jahr zu werden - oder weil die Strecke einfach herrlich ist. 2014/15 findet diese Laufserie übrigens schon zum 44. mal statt !

Veranstalter : TV Lorsbach

Start : nach Belieben zwischen 08:00 und 11:00

Zielschluß : 13:00 (ohne Zeitmessung)

Streckenlänge : 10 oder 20 km. Man kann die Schleife hinter der Teestation aber auch doppelt laufen und kommt dann auf knapp 30 km. Die Mitnahme von Hunden ist kein Problem. Die Strecke ist übrigens auch für Mountainbikes geeignet und freigegeben.

Das Lauftempo spielt keine Rolle. Wer an der 100-km-Saisonwertung teilnimmt, muß sich die jeweils gelaufenen Kilometer auf einer Startkarte registrieren lassen und bekommt dafür nach der letzten Veranstaltung eine Lauferinnerung (war letztes Jahr ein Badetuch) oder einen Pokal - vorausgesetzt, daß man insgesamt auf mindestens 100 km kommt, wobei man sich auch noch vier andere Veranstaltungen außerhalb dieser Serie gutschreiben lassen kann.

Die Strecke besteht größtenteils aus Waldwegen (nur zum Teil befestigt) und zwischendurch geht es auch mal kurz durchs Gelände. Mit trailgeeigneten Schuhen habe ich hier gute Erfahrungen gemacht, sind aber nicht zwingend notwendig. Vom Start bis zur Teestation sind es ca. 220 positive Höhenmeter, dann kommt noch die Himmelsleiter mit etwa 12 % auf einer Länge von 250 Metern und ein paar weitere kleinere Schikanen. Ist also nicht ganz ohne.

Manchmal kann es dann auch noch so aussehen :


Außer heißem Tee gibt es keine Verpflegung. Wer nicht gerne mit knurrendem Magen läuft, sollte sich also etwas einstecken.

Startgeld (Stand 2014) :

einmalige Teilnahme 4,00 €
komplette Serie (6 Läufe) 20,00 €
komplette Serie + 100 km TVL-Lauferinnerung 32,00 €
komplette Serie + 100 km Pokal 30,00 €